Mittelalterfest Forum Cistercium zog eine Menge Besucher an.

Manch einer mag sich am Wochenende beim Besuch des Klosters Maria Bildhausen gedacht haben: „So könnte es im Mittelalter rund um das damalige Zisterzienserkloster Bildhausen ausgesehen haben.“ Zelte waren aufgeschlagen, über offenem Feuer brutzelte das Essen, Bauchtänzerinnen und Jongleure traten auf und zahlreiches altes Handwerk konnte bewundert werden. Kinder und Jugendliche stellten dabei oftmals Fragen. Zum Beispiel wie lange man an einem Schwert geschmiedet hat, oder warum man zum Wäschewaschen eine Wanne brauchte und wie das war, als man noch mit Pfeil und Bogen unterwegs war – all das wurde geduldig beantwortet. „Die Kinder heute können es ja nicht wissen, wie schwer das Leben früher war“, sagte ein Schmied, der gerade ein Hufeisen im Feuer bearbeitete. Dass beim Mittelaltermarkt in Maria Bildhausen natürlich auch noch die Sonne ihr Bestes gab, das brachte nicht nur zahlreiche Besucher, sondern vor allem auch viele Fotomotive ein.

Zum vierten Mal wurde das Forum Cistercium in der historischen Klosteranlage angeboten, und viele Schausteller waren gekommen. Doppelt so viele wie vor zwei Jahren, da waren es gerade mal 27, sagte der stellvertretende Leiter der Einrichtung des Dominikus-Ringeisen-Werks, Michael Nowotny.

Musik an allen Ecken

Vorführendes altes Handwerk wechselte sich mit Lagerbereichen aus verschiedenen Epochen des Mittelalters ab. Außerdem gab es auch viel Musik an allen Ecken und Enden.

Da hörte man heute selten Musikinstrumente oder Gesänge auf der Hauptbühne, zum Beispiel von Schattenschweif, Klanggespinst oder auch der Gruppe Saitenweise. Ritter, Knappen, Burgfräulein und das ganz normale Volk mischten sich unter die Besucher. Auf den Ständen der weit gereisten Händler gab es vielerlei zu entdecken und zu bestaunen. Und wenn man glaubte, schon alles gesehen zu haben, entdeckte man plötzlich in einem Winkel noch etwas Interessantes. Da gab es große aus Hufeisen geschmiedete Kugeln für den Garten, Kleinkunst, Tücher, Decken und Felle. Geschichte wurde an allen Ecken und Enden wach und wer nachfragte, erfuhr, dass gerade im Mittelalter die Klöster ihre intensivste und prägendste Zeit hatten. Genau das sollte dargestellt werden, und es ist auch wieder gelungen.

Kinder mit Ritterdiplom

Ihr Ritterdiplom konnten die Kinder im Klostergarten ablegen; es gab eine Führung durch den Bienengarten, und im Obstgarten hörten Kinder am Nachmittag Märchen, und Erwachsene bekamen frivole Märchen in den Abendstunden am großen Lagerfeuer serviert. Es gab den Bauchtanz der Sultaninen sowie Feuer und Gaukelei an der historischen Brauerei.

Besonders die Feuershow am Samstagabend war wieder ein Highlight. Hier zog die Gruppe Mimikry aus Altdorf bei Nürnberg alle Register ihres Könnens, egal ob es der Feuerreif war, den die Schaustellerin wie einen Hula-Hoop-Reifen am Körper entlangführte, oder der Feuerspucker.

Wer am Wochenende nach Maria Bildhausen kam, der musste vor allem viel Zeit mitbringen, denn überall gab es etwas zu sehen.

Dass solch ein mittelalterliches Spektakel gerade zu Maria Bildhausen passt, zeigt ein Blick in die Geschichte: Das Kloster Bildhausen war im Mittelalter prägend für die Region Grabfeld und weit darüber hinaus. Hermann von Stahleck, Pfalzgraf bei Rhein, stiftete 1156 die zu einer Klostergründung notwendigen Ländereien. 1158 kamen Zisterziensermönche aus Ebrach im Steigerwald nach Bildhausen.

Bis 1525 hatte das Kloster eine erste Blütezeit, gekennzeichnet von Erwerbungen und Schenkungen. Der Bauernkrieg 1525, der Markgräfler Krieg 1546/47 und der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648 brachten dem Kloster schwerste Schäden an seinem Vermögen und den Gebäuden. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst. Zum Namen Forum Cistercium erfuhr man in Maria Bildhausen, dass Cistercium der lateinische Name von Citeaux, dem Stammkloster der Zisterzienser ist. Das lag bei Dijon in Burgund. So war es kein Wunder, dass neben dem bäuerlichen Volk auch Zisterzienser aufgefallen sind. Den Mittelaltermarkt in Maria Bildhausen wird es auch 2019 wieder geben.

 


 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 


 

 

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